{"id":57,"date":"2023-03-13T15:27:00","date_gmt":"2023-03-13T15:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/?p=57"},"modified":"2025-05-17T15:33:54","modified_gmt":"2025-05-17T15:33:54","slug":"wo-steht-das-gamedesign-heute-statusbericht-focus-region-zuerich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/?p=57","title":{"rendered":"Wo steht das Gamedesign heute? (Statusbericht \u2013 Focus Region Z\u00fcrich)"},"content":{"rendered":"\n<p>GameLab.ch<\/p>\n\n\n\n<p>Wie steht es, um das GameDesign (angelehnt an den Titel einer&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/museum-gestaltung.ch\/en\/ausstellung\/game-design-today\/\" target=\"_blank\">Ausstellung im Museum f\u00fcr Gestaltung)<\/a>, ihre Produkte die Games und die Kultur dazu heute?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Antwort darauf liefern verschiedene Teilgebiete der Gesellschaft in ihren je eigenen Systemen (Sprache, Wertungen, Kapitalien wie Geld, symbolischem\/kulturellen Kapital etc.) sehr unterschiedlich.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Dieser Blogpost versucht die allgemein bekannten Infos zusammenzutragen. Sollten dabei Fakten fehlen, dann bitte einfach ein Email mit den Punkten schicken. Die Emailadresse findet sich auf der rechten Seite.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Grundmode: \u201eSpiel, das ist was f\u00fcr Kinder\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>Spiele waren in Europa noch nie gut angesehen \u2013 sofern sie nicht dem herrschenden Gesellschaftssystem dienten (Erziehung oder etwa Ritterturniere, die vermutlich wegen den vielen Invaliden abgeschafft werden mussten etc). 1624 wollte etwa der Z\u00fcrcher Pfarrer Breitinger alle Spiele verbieten&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Jakob_Breitinger_(Antistes)\" target=\"_blank\">vom Theaterspiel bis zum Murmelspiel<\/a>&nbsp;(soviel zu radikaler Ideologie in Europa). Erst das Buch Homo ludens (Johan Huizinga) legte in den 30er Jahren die konkrete kulturelle Praxis offen, dass das Spiel eigentlich ein Grundmodus nicht nur von lernen, sondern auch von Alltag ist (Rollen, Rollenspiele, Kirche, Magic Circles etc). Dennoch h\u00e4lt sich bis heute die (auch europ\u00e4ische) Einstellung, dass Spiel Spiel ist und von Kindern gemacht wird und der Erwachsene seri\u00f6s nicht spielt (kein Magic Circle, keine eigenen Regeln). Oder anders gesagt: Das Spiel geh\u00f6rt nicht ins Bildungsb\u00fcrgertum (nach der Jugend) und ja viele Leute finden Spielen einfach doof und Zeitverschwendung (bei Sportspielen ist dies selbstverst\u00e4ndlich anders \u2013 \u201aein gesunder K\u00f6rper\u2026\u2018), eine Meinung, die durchaus auch legitim ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Noch gef\u00e4hrlicher wurden die Spiele als elektronische Spiele \u2013 nachfolgend Games genannt \u2013 waren sie doch die Speerspitze der Digitalisierung mit Interaktion und Fun. Und die Konsolen waren l\u00e4ngst da, als die Computer eintrafen im Durchschnittshaushalt (Pong, Game&amp;Watch, Telespiele oder das Nintendo Entertainment System l\u00e4sst gr\u00fcssen). Die Entwickler waren mit die ersten, die gemeinsam an digital-interaktiven audiovisuellen Medien arbeiteten. Im Game trifft das Spiel mit seinen Regeln (Spiele) auf die Maschine der Regeln (Turing Machine alias Computer) mit grossem Potential, wie wir heute wissen. Denn hier wird gelernt, was im Arbeitsalltag \u201agebraucht\u2018 wird oder (mit McLuhan) hier w\u00fcrden wir uns weniger Angst erf\u00fcllt anpassen. Games als ewige Therapie. Und noch heute ist das Spiel bei der Sozialisierung weit vorne: Digitale Produkte, Lootboxen, KI, hohe technische Herausforderungen, Immersion, Flow, Arbeitsbedingungen, gef\u00fcrchig Leistungshungrige und nicht nachhaltige Rechner etc.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Folge davon: Games sind heute zwar ein Alltagsph\u00e4nomen, durchschnittliche Spieler* sind \u00fcber 30 und im Teilsystem Wirtschaft wird sehr viel Geld verdient mit \u201eGames\u201c, aber Games sind weiterhin nicht gerade kulturell \u201agesch\u00e4tzt\u2018, repr\u00e4sentiert und gef\u00f6rdert. Sie helfen offen anderen, dann sind sie nett und gut. Aber stehen wenig in der \u00f6ffentlichen analogen Kultur im Zentrum.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Medien \u2013 Repr\u00e4sentation von Games\/Gamedesign \u2013 Fehlanzeige<\/h2>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>In \u00f6ffentlichen Medien finden Spiele\/Games mehrheitlich nicht bzw. nur als vereinzelte Artikel\/Beitr\u00e4ge statt. Das im Gegensatz zu Film, Musik oder B\u00fcchern (Wo ist die Rubrik Spiele, Games, die Rubriken Autorengames, Kunstgames?). Interessanterweise war die Auseinandersetzung mit Games&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/play\/tv\/karussell\/video\/computerspiel?urn=urn:srf:video:620d92f6-b646-4eea-a3cc-c1ce05e2c5a4\">i<\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.srf.ch\/play\/tv\/karussell\/video\/computerspiel?urn=urn:srf:video:620d92f6-b646-4eea-a3cc-c1ce05e2c5a4\" target=\"_blank\">m Fernsehen in den 80er\/90er Jahren viel breiter als Heute. Es wurden sogar eigene Formate entwickelt<\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer weiteren offeneren Phase ab 2000-2015 (Die grossen Vertreter der Branche wie Playstation etc waren damals noch in CH aktiv \u2013 CH war noch ein Testmarkt) gibt es nun \u2013 im Gegensatz zu etwa zu Literatur oder Filmen \u2013 keine regelm\u00e4ssigen Gef\u00e4sse bzw. Auseinandersetzungen mit Games im \u00f6ffentlichen Medienbereich. Die unerschiedlichsten Blogs zum Thema sind weitgehend verschwunden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Games scheinen \u2013 Spiele im Allgemeinen auch \u2013 nicht zu existieren (ganz im Gegensatz zur Alltagspraxis oder den Let\u2019s plays. Diese sind aber wiederum mehrheitlich keine unabh\u00e4ngige Auseinandersetzung mit Games sondern eher das Gegenteil: Eine Playifizierung von Game). Dabei scheint der Unwille gerade auch von den (etablierten) Journalisten* selbst zu kommen, bei denen oft das Spiel keine Rolle spielt. Weiter kommt hinzu, dass durch die faktische Aufl\u00f6sung von Ressorts in Schweizer Redaktionen (wie bei anderen Themen auch) auch kein Knowhow f\u00fcr die Spezifik von Games vorhanden zu sein scheint.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Spiele werden abgehandelt und behandelt, wie man alles behandelt und so liest man dann des \u00d6ftern in diversen Feuilletons haarstr\u00e4ubende Texte, die auf die Eigenheiten von Games wie Gameplay, Spielmechanik oder Interaktivit\u00e4t gar nicht eingehen (k\u00f6nnen?). Es werden vornehmlich Narratologische oder<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=7842\" target=\"_blank\">&nbsp;visuologische Konzepte<\/a>&nbsp;promotet. Gef\u00e4hrlich ist auch der Diskurs, dass die interessierten Journalisten*, ja sich selbst ausbeuten sollen. Der verpackte Hintergrund: \u201eWarum sollst du daf\u00fcr genau bezahlt werden, das ist doch Freizeit f\u00fcr dich und macht Spass\u201c. Hier sieht man \u00e4hnliche Strukturen wie bei Buchrezensionen, wo letztlich auch nicht das konkrete Lesen \u2013 hier Spielen \u2013 verg\u00fctet wird. Die Folge davon: abgeschriebene, zusammengeschusterte andere Meinungen, Mainstreammeinung und viel \u00dcbertragung von Konzepten des Films auf das \u201eGame\u201c. Also keine Diskussion von Gameplay, Spielemechanismen und die Nutzung von Story, Audio, Visuals oder gar die Auseinandersetzung mit dem \u201aWie ist es gemacht\u2018. Und ebenfalls inexistent die Suche nach interessanten neuen interessanten Konzepten. Wie immer gilt auch hier: Es gibt nat\u00fcrlich strahlende Ausnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Entdifferenzierte Berichterstattung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch entstehen von Zeit zu Zeit Artikel, die sich des Themas Gamedesign und Schweiz beleuchten. Darin wird meist auf Personen und Firmen eingegangen. Weiter in die Tiefe gehen diese Berichte dann auch nicht. Hier wird mehrheitlich auch die Sexyness des Themas genutzt und meist auf Jugendliche projeziert im Sinne von: \u201eDie interessiert das ja, uns nicht\u201c. (Dies war um die 2010 Jahre eigentlich besser). Eine Berichterstattung Games als kulturelles oder gar als k\u00fcnstlerisches Ph\u00e4nomen existiert \u2013 wie immer soweit bekannt \u2013 nicht. Allgemein kann gesagt werden, dass in den g\u00e4ngigen Mainstreammedien mehrheitlich entdifferenziert \u00fcber Games berichtet wird und dadurch auch keine Kategorien und Ausdifferenzierungen stattfinden und damit auch keine differenzierte gesellschaftliche Auseinandersetzung entstehen kann. Das ist alles einerlei vom Autorenspiel bis zum Tripple-A \u2013 alles nur Spiele. Nicht, dass die Spieler* nicht so unterwegs w\u00e4ren, aber das sind sie beim Film auch und trotzdem werden explizit Indiefilme besprochen. Deswegen muss eigentlich das Gegenteil stattfinden, auch eine Ausdifferenzerierung von Spielen und Gruppen. Was sind kulturell relevantere Spiele, die auch Themen anders behandeln, was sind Metaspiele etc. Etwas was im gesamten restlichen Kulturraum bis in die Schule auch passiert und passieren muss. Kultur war immer schon Teil des Differenzierungsprozesses und am einzigen Platz der Stadt Z\u00fcrich \u2013 am Sechsil\u00e4utenplatz \u2013 steht auch die Oper. Die sich explizit an die Reichsten der Stadt richtet und weiterhin soviel kostet (Anteil Budget), wie zu den Zeiten der 80er Jahre Unruhen. Die Frage: Warum sind Games nicht l\u00e4ngst in dem Status? Nur weil der Z\u00fcrichberg (66% Matura Quote) dasselbe spielt wie die Armen in Aussershil (11% Matura Quote)?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die heute schon existierende kritische Diskussion von Games (das nimmt einiges an Raum ein), muss selbstverst\u00e4ndlich auch weiter ausgebaut und professionalisiert werden. Nur so kann eine teilweise ausser Kontrolle geratene Massengameindustrie wieder auf \u201eKurs\u201c gebracht werden. Denn auch im Film gilt: Nicht alles Machbare wird gemacht. In Fachmagazinen sieht die Sache nicht viel besser aus, hier ist man dazu noch abh\u00e4ngiger von den Platformen\/Publishern\/Labels, die Werbung schalten. Die Folge davon, dass die Schweiz kein Testmarkt mehr ist, sieht man immer mehr.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiterentwicklung und Forderungen: Endlich eigene Spalten\/Formate und Auseinandersetzungen auf der H\u00f6he der Zeit. Kategorien der Gamestudies\/Gamedesign m\u00fcssen einfliessen wie Gameplay, Spielmechanik, Regelwerke etc. Differenzierung von Games und Thematisierung wie Tripple A, Indie, Autorenspiele, Art Games, GameArt etc.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausstellungen heute \u2013 Mehrheitlich Digitaler Biedermeier soweit das Auge reicht<\/h2>\n\n\n\n<p>Das MOMA hat vor einigen Jahren Game Design aufgenommen in ihre \u201aDesign hall of fame\u2018. Jahre sp\u00e4ter ist in der Schweiz auch der erste Schritt dahin getan: Es gibt immer mehr Ausstellungen zum Thema Game in \u00f6ffentlichen Einrichtungen (des Bildungsb\u00fcrgertums). Die Archive und damit die kulturelle Anerkennung bleiben den Games aber weiterhin verwehrt, ein Teil des Problems auch hier \u2013 eine nicht vorhandene Differenzierung in Sachen Games. Games erscheinen als sch\u00f6ne Oberfl\u00e4chen. \u201eH\u00e4rzig\u201c, wie man so schweizerisch sagen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Betrachtet man die Ausstellungen der letzten Jahre, so stellt man fest, dass die Games visuell und spielmechanisch immer besser gesellschaftlich \u201apassen\u2018 :&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.stadtmuseum.ch\/page\/583\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Play<\/a>&nbsp;2018 (Stadtmuseum Aarau),&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.landesmuseum.ch\/games\">Games (Landesmuseum Z\u00fcrich)<\/a>&nbsp;2020,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.hek.ch\/shop\/real-feelings-emotion-and-technology-2\/\">Radical Gaming \u2013 lmmersion, Simulation, Subversion (HEK Basel)<\/a>&nbsp;2022,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.planetdigital.ch\/de\/\" target=\"_blank\">PlanetDigital (UZH, Museum f\u00fcr Gestaltung)<\/a>&nbsp;2022, DigitalArtFestival ZH 2022,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.fhnw.ch\/de\/forschung-und-dienstleistungen\/musik\/hochschule-fuer-musik\/veranstaltungen\/2021-22\/games-as-critical-practice\" target=\"_blank\">SPIEL! Games as Critical Practice (FHNW, Festival mit Ausstellungen)<\/a>&nbsp;2023 und zu letzt&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/museum-gestaltung.ch\/en\/ausstellung\/game-design-today\/\" target=\"_blank\">GameDesign Today<\/a>&nbsp;2023 (Museum f\u00fcr Gestaltung ZH).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es scheint, als h\u00e4tte die Gesellschaft und ihre Institutionen kein Interesse an der Funktion der Games und ihrem Funktionieren (Regelwerke, Spielmechaniken, Gamestudies). Damit behandelt sie es wie fast alle bekannten Kulturprodukte: es geht vor allem um Oberfl\u00e4che \u2013 oder konkreter um visuell\/auditive geniessbare Oberfl\u00e4chen und um die M\u00f6glichkeit damit nur zu Erz\u00e4hlen. Und so funktionieren auch viele Ausstellungen: Ob B\u00fccher, Filme oder Games. Die Behandlung ist einerlei. Sicher man kann in den Ausstellungen spielen, aber reicht das schon? Und vorallem, was passiert mit dem Publikum? Ist die Idee, dass man sich wohl f\u00fchlt im Medium \u201eGame\u201c? Und ist das 2023 noch zeitgem\u00e4ss. Zur Erinnerung: Es gibt in der Schweiz Ausstellungen zu Games sp\u00e4testens seit Ende der 2000er Jahre, die Themen bearbeitet haben wie Figuren im Gamedesign, Comic im Gamedesign etc.*&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten Ausstellungen heute versuchen irgendwie die Leute zu \u00fcberzeugen, dass die Games schon wichtig und richtig sind. Sie zeigen darum auch immer den sch\u00f6nen Kern der Gameszene ohne tiefer zu gehen, ohne die R\u00e4nder zu zeigen. Und die R\u00e4nder sind interessante Spiele, Experimente und etwa Artgames oder GameArt. Als Besucher* hat man dann auch \u00f6fter die Beschreibung an einer \u201eHipsterveranstaltung\u201c zu sein \u2013 alles ist sch\u00f6n so ohne Kanten. Dabei hat die meist unbah\u00e4ngige Gameindustrie in den letzten Jahren eine wuchendere Welt enstehen lassen, die Regeln verhandelt (sogar im IndieMainstream wie Baby is you), neue Konzepte hervorgebracht, Autorenkonzepte (etwa Mundaun) verhandelt. Diese Art der interessanten R\u00e4nder findet momentan nicht statt. Selbst die GameArt-Szene ist inzwischen in eine visuologische Starre verfallen. Gefallen scheint die entdifferenzierende Idee zu finden \u2013 das Sch\u00f6ne und Gute statt wenigstens teilweise Dekonstruktion und Erm\u00e4chtigung der Spielenden. Die Wertesysteme dazu sind b\u00fcrgerlich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den R\u00e4ndern und dem Kern geh\u00f6rt aber auch die Brutalit\u00e4t hinter der Obefl\u00e4che, die Produktion, die teilweise radikale Ausbeutung, die Darkpatterns. Der Fakt, dass das Gamedesign, eine der letzt entstandenen Industrien ist, meint auch dass sie gut darin ist, die Oberfl\u00e4che zu polishen. Und die Oberfl\u00e4chen sind h\u00fcbsch. Sie sind mehrheitlich digitaler Biedermeier (mit entsprechender b\u00fcrgerlicher Spielmechanik: Arbeit und Fleiss), etwas was nicht nur gezeigt sondern auch thematisiert geh\u00f6rt, weil dahinter auch eine gesellschaftliche Funktion der Games liegt: Sie ist heute Teil des Dispositivs der Macht, dass alles schon gut ist in der&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Gesellschaft_des_Spektakels\" target=\"_blank\">Gesellschaft des Spektakels<\/a>. Und Games sind Spektakel und bewusste Fake Kultur. Und so sind sie auch die meisten Games: Es geht um b\u00fcrgerliches Arbeiten (Fleiss, Anstrengung) belohnt mit sch\u00f6ner Oberfl\u00e4che und Narration. Da ist weit mehr drin und das muss Gesellschaft auch so formulieren. Nett ist eben als Anspruch nicht genug und verdeckt die Probleme.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu passt dann auch folgerichtig, dass an der Oberfl\u00e4che mehrheitlich auch kein Code (Spielmechanik, Programmiercode) zu sehen ist, kein Prozess. Das Funktionieren ist gegeben und das Dahinter st\u00f6rt, ist nicht erw\u00fcnscht, es ist st\u00f6rend. Damit vollziehen diese Ausstellungen einen Trend in der Gesellschaft: Das Dahinter, die Theorie, die Mechanik interessiert niemanden mehr \u2013<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=7818\" target=\"_blank\">&nbsp;ganz im Gegensatz zur Gamekunst der 90er Jahre. Mehr Code bitte!&nbsp;<\/a>Diese Einstellung des Anti-Theoretischen hat sich schon immer ger\u00e4cht. Auch eine Folge des Glaubens an den Markt als besten Algorithmus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiterentwicklung und Forderung: Games m\u00fcssen in die Archive\/Sammlungen. Die Entdifferenzierung des \u201eGames\u201c muss beendet werden gerade in Gameausstellungen. Darstellung der R\u00e4nder (auch visuelle) und Differenzierung verschiedenster Gametypen. Weg von der Gegenaufkl\u00e4rung mit Bildern hin zur Aufkl\u00e4rung und Dekonstruktion mit Offenlegung von Regeln, Mechaniken. Zu diesen Offenlegungen geh\u00f6rt auch das klare Ausweisen der Produktionsbedingen und Kosten. Wieviel kostet das Spiel? Wieviele haben dabei mitgearbeitet? Anders entsteht die Idee von der sch\u00f6nen neuen hippster Welt der Games ohne Konsequenzen. Die Frage muss gestellt werden, welche Spiele stellt man aus. Sind sie \u00f6kologisch und gesellschaftlich akzeptable produziert worden? Forderungen etwa nach Nachhaltigkeits-Labels etc.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>* Und selbstverst\u00e4ndlich gibt es sp\u00e4testens seit 2008 eine Tradition von Ausstellungen, die als embedded Ausstellungen Themen bearbeitet haben in Sachen Games wie Fantoche 2008+ (Playground, Japanische Spiele, Schweizer Spiele), Basler Figurenfestivals (Figuren im Gamedesign) oder Ausstellungen w\u00e4hrend des GameZFestival (Themen) oder des Ludicious (Aktuelles Gameschaffen) oder&nbsp;<a href=\"https:\/\/gamelab.zhdk.ch\/events\/spiel-und-comic\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fumetto (Comic und Game)<\/a>&nbsp;und vieles mehr. Hier sind nur Ausstellungen aufgef\u00fchrt deren Hauptinhalt Games waren. Selbstverst\u00e4ndlich kamen Games immer wieder vor in Ausstellungen, das Problem hierbei: Sie sind dann nur Medien f\u00fcr ein anderes Thema.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Museen und Sammlungen\/Archive<\/h2>\n\n\n\n<p>Museen haben schon seit l\u00e4ngerem entdeckt, dass so \u201eGames\u201c eine gute Sache sind und sich perfekt \u201amissbrauchen\u2018 lassen, um ihren Content unter die Leute zu bringen. Damit gehen sie aber auch konsequent dem konkreten Thema aus dem Weg, sich direkt um Games zu k\u00fcmmern (Ob sie ihre eigenen Spiele sammeln?).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt auch bis heute keinen Ausstellungsraum f\u00fcr Games oder auch nur ein Raum, wo die Kultur- und Vernetzungsorte der 80\/90er Jahre wie Spielhallen vermittelt oder besucht werden k\u00f6nnten. Der letzte Ort, der das am Rande verhandelt hatte, war das&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/muda.co\/zurich\/\" target=\"_blank\">MUDA<\/a>&nbsp;. Es wurde durch mangelende Unterst\u00fctzung letztlich von der Migros und Stadt Z\u00fcrich (?) \u201eabgeschossen\u201c. In Basel gibt es noch das&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.hek.ch\/\" target=\"_blank\">HEK<\/a>, dessen Fokus eher ebenfalls Medienkunst ist. Dagegen gibt es in Berlin seit Uhrzeiten das Computerspielmuseum. Und die Schweiz hat allein in den 80er\/90er Jahren einen Haufen eigener Spiele hervorgebracht, wie gerade&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/data.snf.ch\/grants\/grant\/209248\" target=\"_blank\">ein schweizweites SNF-Forschungsprojekt erforscht<\/a>. Auch hier sind wieder Private wie etwa das&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.gameorama.ch\/de\" target=\"_blank\">Gameorama<\/a><a href=\"https:\/\/www.gameorama.ch\/de\">&nbsp;in Luzern&nbsp;<\/a>in die Bresche gesprungen, die nat\u00fcrlich einen ganz anderen Ansatz und Interessen verfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Sachen \u00f6ffentlicher Sammlungen sieht es noch bitterer aus. Hier handelt sich vorallem um private Sammlungen, die vor sich hinvegetieren. Weit und breit keine \u00f6ffentliche Bereitschaft endlich sowohl Computer wie auch Games zu sammeln (von Software ganz zu schweigen). Die Museen werden zwar langsam von aussen gezwungen sich damit auseinanderzusetzen, sind aber weit (10 Jahre?) davon entfernt (personell wie auch inhaltlich) sich mit dem Thema zu besch\u00e4ftigen. Immerhin denkt man wiederum in der Romandie dar\u00fcber nach und es gibt Pl\u00e4ne. Und die Deutschschweiz? Wartet man hier auf den Markt oder wartet man darauf wie immer abgeh\u00e4ngt zu werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im Kunstbereich scheinen sich die Institutionen eher f\u00fcr Medienkunst (auch mit Jahrzehnten Versp\u00e4tung) zu interessieren, als f\u00fcr ArtGames\/GameArt, was auch wiederum klar ist \u2013 es ist vermutlich ein doppeltest Verbrechen Kunst mit Medien und noch mit Games zu machen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiterentwicklung und Forderungen: Die Sammlung des Kulturgutes Games geh\u00f6rt angegangen und zwar nicht als Nebenprojekt unter xyz sondern als ein Teilprojekt wie Film, Plakate, St\u00fchle, Schriften etc. Dazu geh\u00f6rt sowohl die allgemeine Kultur wie auch und das besonders das heimische Schaffen. So braucht es konsequent, wie etwa in Frankreich ein Archiv, das alle neuen Spiele aufnimmt bzw. wo Kulturschaffende ihre Games hingeben k\u00f6nnen. Es braucht auch Projekthunting, um die Projekte \u00fcberhaupt zu finden. Vielleicht sollte die Schweiz langsam auch damit anfangen, BottomUp-Initiativen zu unterst\u00fctzen, statt einfach nichts zu tun. Dar\u00fcber hinaus braucht es einen Raum f\u00fcr Game und Gamekultur.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Festivals<\/h2>\n\n\n\n<p>Festivals spielen eigentlich eine wichtige Rolle in Sachen Netzwerken, Treffen, Community und auch das Endkundentesten von Spielen. Die Situation ist in dieser Hinsicht zumindest in ZH nicht besser geworden. Heute existieren nur noch die Endkundenevents&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/zurichpopcon.ch\/en\" target=\"_blank\">Popcon<\/a>&nbsp;in Z\u00fcrich (und das Herofest in Bern, die Fantasy in Basel). Diese bewirtschaften Gamekultur (etwa die Cozplayszene) und auch Games. Diese werden als Repr\u00e4sentations- wie auch Testzwecken f\u00fcr Schweizer Devs genutzt. Allerdings sind die Events sehr monit\u00e4r getrieben, was positiv wie auch negativ ist. Davor gab es das&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.gamezfestival.ch\/\" target=\"_blank\">gameZfestival.ch<\/a>, das sich an Gamedesigner* und Interessierte gerichtet hat (2013-2018 \u2013 die Fachkonferenz&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.gamezandrulez.ch\/\" target=\"_blank\">gamezandrulez.ch<\/a>&nbsp;existiert weiter) , sowie das&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/swissgames.ch\/\" target=\"_blank\">Ludicious<\/a>(2014-2020?) Ausrichtung eher wirtschaftlich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2023 ist wiederum die&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.gamesweekzurich.org\/\" target=\"_blank\">Gamesweek<\/a>&nbsp;am Start organisiert von der&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.sgda.ch\/de\/\" target=\"_blank\">SGDA<\/a>, dieses richtet sich zumindest bisher eher an eine eingeweihte Gruppe, erf\u00fcllt aber durchaus die Funktion der Diskussion, des Netzwerkens und Comunitytreffs innerhalb der sehr breiten Szene.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ein gr\u00f6sseres Festival mit breiterer Strahlkraft scheint der Kanton und die Stadt Z\u00fcrich weder Geld noch Ideen zu haben. W\u00fcrde man das Argument von der Umsatzgr\u00f6sse ernst nehmen, m\u00fcsste in ZH schon lange ein Festival in der Art des&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/zff.com\/de\/home\/\" target=\"_blank\">ZFF<\/a>&nbsp;stehen. Das symbolische Prestige und die Massentauglichkeit scheint noch nicht hoch genug zu sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Anders sieht die Situation kulturell weiter westlich in Bern und der Welschschweiz aus. In Bern gibt es das&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/playbern.ch\/\" target=\"_blank\">\u201aPlayBern \u2013 Game und Kultur\u2018-Festival<\/a>, das dezidiert einen Kulturanspruch hat und ein breites Angebot bietet und konsequent auch Themen behandelt, die nicht gerade \u201aen vogue\u2018 sind. Auch dies ist eine BottomUp-Festival ohne die n\u00f6tige Unterst\u00fctzung.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer ganz anderen Gr\u00f6ssenordnung spielt das&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.numerik-games.ch\/\" target=\"_blank\">\u201eNumerik games\u201c-Festival in Yverdon<\/a>. Dies funktioniert als eine Art Fest mit allem drum und dran (wie dies andere St\u00e4dte wie Wien etc seit gef\u00fchlten Jahrzehnten kennen). Das Festival macht den Eindruck einer lebenden Kultur. Hier zeigt sich, was auch in franz\u00f6sisch beieinflussten Europa immer schon sp\u00fcrbar ist: Kultur ist wichtig (Wer verankerte das Spielen von heimischer Musik zuerst im Radioprogramm?), Games sind Teil der Kultur mit allen Facetten. Es ist ein Festival runds ums Game und die Gamekultur. Es schliesst dabei auch an das an, was mit dem&nbsp;<a href=\"https:\/\/nifff.ch\/en\/\">Neuchatel International Film Festival NIFF in Neuchatel<\/a>&nbsp;mit Fokus \u201eFantastischer Film!\u201c stattfindet. Film und sein Umfeld, zu dem auch lange Jahre ein Zukunftsforum mit Ausstellung existierte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Deutschschweiz scheint hier weiterhin im Hintertreffen zu sein und nicht verstehen zu wollen, dass eben Games wie Tripple-A sie auch immer sein m\u00f6gen, Teil der Kultur sind und auch eine j\u00e4hrliche Repr\u00e4sentation haben m\u00fcssen (Gibt es mehr Schweizer Gamedesign in Sachen Ideengeschichte als im Landwirtschaftssimulator?) . Aber vielleicht spielt hier einfach auch Zureich und es wird erst etwas passieren, wenn ein ganz grosser aus Steuergr\u00fcnden nach Z\u00fcrich zieht oder dem Finanzsektor muss es erheblich schlechter gehen (Die CS hat ja hier einen ersten und ernsthaften Schritt unternommen). Oder es darf keine Raubkunst mehr ausgestellt werden Kunsthaus oder oder oder \u2026&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiterentwicklung und Forderung: Wieder ein mit Geld ausgestattetes Festival in Z\u00fcrich f\u00fcrs Gamedesign und Interessierte. Aufbau eines Festival, das von Leuten vor Ort gemacht wird und die M\u00f6glichkeit, dass die Organisatoren mit dem Festival wachsen und sich Skills aneignen und keine FlyIn von ausw\u00e4rtig Bekannten ohne Impact auf die Szene. Verst\u00e4ndnis von einem Festival als Stadtfest (wie es einige europ\u00e4ische St\u00e4dte betreiben).&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wirtschaft \u2013 mehr Geld als die anderen Entertainment-Industrien zusammen? Ein zweischneidige Sache<\/h2>\n\n\n\n<p>Da die Games so monit\u00e4r erfolgreich sind (angeblich mehr Incomes als die Musik und die Filmindustrie zusammen), kommt niemand mehr an ihnen vorbei. Wir leben in der Schweiz nicht umsonst in einem Land mit einer sehr wirtschaftsliberalen \u201eKultur\u201c. Dies f\u00fchrt aber auch zu einer teilweise berechtigten kulturellen Abwehrhaltung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch taucht das Argument des \u201aUmsatzes\u2018 immer wieder auf \u2013 auch schon genutzt vom Autoren dieses Blogeintrags. Es ist nicht nur wegen den oben erw\u00e4hnten Reaktionen eine gef\u00e4hrliches Argument. Sondern auch, weil es entdifferenziert. Es wird so getan, als g\u00e4be es die \u201eGameindustrie\u201c und als w\u00fcrden alle \u201eetwas verdienen\u201c. Das Feld ist in der Schweiz sehr gross, dies zeigt etwa auch die Liste der&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.sgda.ch\/members\/\" target=\"_blank\">SGDA (Schweizer Game Dev Association)<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Realit\u00e4t ist f\u00fcr die Hersteller von Games alles andere als gut. Es ist ein brutaler auch weltweiter Marktplatz ohne Gnade. Viel zu viele Hersteller liefern immer mehr Spiele (mit effektiven Budgets \u00fcber 100k). Die Selbstausbeutung ist auch deswegen so hoch, weil die Leute ja ihr Hobby (Was nicht Gamedesign sondern eher Spielen ist) zum Beruf machen und das Spass mache. Eine irrsinnige Dynamik, da auch die Produktionskosten und Anspr\u00fcche steigen. Der* Spieler* ist dabei l\u00e4ngst nicht mehr nur der liebe und nette (etwa mit&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Gamergate_(harassment_campaign)\" target=\"_blank\">Gamergate<\/a>) User sondern auch das Biest und die Bestie, dass immer mehr f\u00fcr immer weniger will. Dies wurde ja inzwischen selbst von Tripple-A Studios bem\u00e4ngelt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das grosse Gesch\u00e4ft machen aber am Ende sehr Wenige. Hier ist die Gameindustrie da, wo auch die anderen Entertainementindustrien \u2013 letztlich eine (interaktive) Massenwareveranstaltung. Das ist die Kehrseite des Arguments, gr\u00f6sser als die anderen, aber nun eben auch gleich. Niemand erfindet mehr das eine Game und kann es schaffen. Die Utopie auch des Gamedesigns ist l\u00e4ngst in der Aufmerksamkeits\u00f6knomie ausgetr\u00e4umt \u2013 wer die Aufmerksamkeits\u00f6konomie nicht bedient existiert nicht im Bereich des weltweiten Marktes (Lokal und Nachfrage orientierte Firmen funktionieren anders). Und das findet seinen Niederschlag und seine Repr\u00e4sentation in \u201ehumoristischen\u201c Serien wie&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.imdb.com\/title\/tt8879940\/\" target=\"_blank\">Magic Quest<\/a>&nbsp;oder \u201e<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Consultant_(TV_series)\" target=\"_blank\">THE CONSULTANT<\/a>\u201c oder in der irrwitzigen Idee Neo sei ein Game Designer im letzten (wiederum grausigen Fortsetzung) MATRIX Film (Das Marketing hat gleich die UnrealEngine und den Film zusammen gedacht). Alles Teil des grossen Bildes.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die sch\u00f6nen Oberfl\u00e4chen von gerade Tripple-A-Games in grossen Firmen verdeckt krass die Art, wie diese Produktionen hergestellt werden. Vorne Highpoly (detaillierte 3D-Modelle) hinten Galeerenarbeit. Denn nichts anderes passiert in den Studios von Ubisoft beim Erstellen von \u201aAssassins Creed in Griechenland\u2018 genannt Odysee und wo bleibt die Diskussion von Aneignung von Kultur in diesem Fall? Es glitzert und funkelt und dahinter wird geknechtet in B\u00fcros ohne Fenster.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die heutige Gameindustrie (im Mainstream) ist eine Massenmedienveranstaltung, wie auch die anderen Entertainment-Medien. Daran m\u00fcssen diese Medien auch gemessen und kritisiert werden. Wer dies nicht tut, verliert letztlich jede Glaubw\u00fcrdigkeit. Und ja auch das ist Teil des Arguments, die gr\u00f6sste Entertainment-Branche zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist aber nur ein Teil des Segments Gamedesign, das auch Serious Games, Ausstellungspiele, Researchspiele, Gamificationen etc umfasst. Diese funktionieren meist eher Nachfrage orientiert. Sie sind dabei planbar, es ist aber nicht m\u00f6glich damit wirklich viel wirtschaftlich rauszuholen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wirtschaftsf\u00f6rderung?<\/strong>&nbsp;Wo bist du nur?<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Wirtschaftsf\u00f6rderung, welche den Namen verdient, existiert in der Z\u00fcrich bzw. der Schweiz de facto nicht. Die Schweizer Politik glaubt weiterhin daran, dass die tiefen Steuern schon reichen werden (vorher war es auch noch die indirekte Subventionierung Bankgeheimnis), damit sich Unternehmen (meist im Ausland gross geworden) sich hier dann niederlassen. Leider wird diese Art der \u201aF\u00f6rderung\u2018 (der Markt regelt alles) irgendwann auslaufen und die Schweiz muss anfangen F\u00f6rderung von Sparten zu erm\u00f6glichen, wie das alle L\u00e4nder, um die Schweiz herum auch tun. Selbst ein westschweizer Kanton hat nun damit angefangen. Konsequent hinkt damit die Schweiz in Sachen F\u00f6rderung der Gameindustrie allen anderen Nachbarl\u00e4ndern hinterher (Wobei hinken davon ausgeht, dass man sich irgendwie vorw\u00e4rts bewegt, was nicht erkennbar ist). Auch unklar ist den meisten Beteiligten, dass es bei Games um Entertainment geht und nicht nur um eine technische Disziplin ist und wie teuer durchschnittliches Games ist (500k+) in der Produktion sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die getarnte Wirtschaftsf\u00f6rderung der Schweiz Innosuisse (vormals KTI \u2013 Zusammenarbeit Hochschule und Privatunternehmen ) ist ebenfalls nicht eingerichtet auf Game\/Gamedesign. Hier k\u00f6nnen zwar Game und eine Entwicklung eingegeben werden, es fehlt aber weiterhin jede eigene Kategorie. Auch hier gilt wiederum:&nbsp;<strong>Das GameDesign ist ein Enabler<\/strong>, soll helfen eine Idee weiterzubringen,&nbsp;<strong>das Game selbst ist aber als Wirtschaftsfaktor und Innovationspotential unbekannt<\/strong>. Soweit bekannt \u2013 wurde in der Schweiz noch nie ein Game wegen des Games gef\u00f6rdert und nicht, weil es noch xyz macht. Diese F\u00f6rderung setzt auch das Vorhandensein eines schon grossen Gesch\u00e4ftspartners voraus. Institutionen die in der Schweiz im Bereich gar nicht im grossen Mass existieren. Und es scheint praktisch ausgeschlossen (und wird auch so ge\u00e4ussert in pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen), dass man Geld kriegen w\u00fcrde f\u00fcr die Entwicklung einer Spielmechanik etwa zum n\u00e4chsten Twitter oder Pokemon-Go in Zusammenarbeit mit einer Hochschule. Ein Argument: da w\u00e4ren im besten Fall viel zu wenige Leute involviert, sprich es g\u00e4be zu wenig Arbeitspl\u00e4tze. So sieht Forfait auch aus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiterentwicklung und F\u00f6rderung: Endlich F\u00f6rdergef\u00e4sse mit eigenen Kategorien f\u00fcr Game\/GameDev!&nbsp;Headhunting von Ideen und Personen (statt es nur den \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen zu \u00fcberlassen) und deren gezielte F\u00f6rderung.<\/em>&nbsp;<em>Aufschliessen zum Rest von Europa. Unterst\u00fctzung der bestehenden BottomUp-Strukturen wie der&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.swissgamehub.com\/\" target=\"_blank\">GameHub<\/a>.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=7702\" target=\"_blank\">Mehr dazu in diesem BlogArtikel, der leider weiterhin aktuell ist.<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Publisher\/Labels<\/h2>\n\n\n\n<p>Weiterhin fehlen am Standort Z\u00fcrich und Schweiz allgemein Publisher und Labels. Publisher sind wichtig, weil sie aus Ideen und Prototypen Produkte machen, Knowhow versammeln, gr\u00f6sse Produktionen ogranisieren k\u00f6nnen und dadurch l\u00e4ngerfristig auch ein \u00d6kosystem von \u201aZulieferen\u2018 entsteht. Dies erlaubt es kleineren Studios erste Erfahrungen zu sammeln. Der letzte Publisher (soweit bekannt)<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-admin\/post.php?post=7954&amp;action=edit\" target=\"_blank\">&nbsp;ibex-games<\/a>&nbsp;gab aus verschiedenen Gr\u00fcnden 2018 auf. Gr\u00fcnde waren etwa Geldbeschaffung, die Idee, dass man es ohne Publisher schaffen k\u00f6nne.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Update:&nbsp;<a href=\"https:\/\/strayfawnstudio.com\/\">Stray<\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/strayfawnstudio.com\/\" target=\"_blank\">fawn steigt ins Publisherbusiness ein.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiterentwicklung und F\u00f6rderung: Institutionelle Unterst\u00fctzung und Finanzierung von Publishern bzw. eine gezielte Ansiedelung eines Publishers oder einer Zweigstelle in Z\u00fcrich. Auch hier sollte die lokale Szene gest\u00e4rkt und darauf aufgebaut werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Studios &amp; Businessmodelle<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Art der Studios im rein wirtschaftlichen Bereich hat sich weiter verbreitert und es stehen ganz verschiedene Arten von Businessmodellen am Start. Diese zeigen auch, was m\u00f6glich ist in Z\u00fcrich. Angefangen bei Tripple-A Studios wie&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.giants-software.com\/\" target=\"_blank\">Giants<\/a>(Landwirtschaftssimulator \u2013 eigene IP, Produktion, Vertriebswege, soweit bekannt eigenfinanziert, teilausgesourcte Entwicklung),&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/strayfawnstudio.com\/\" target=\"_blank\">Strayfawn<\/a>&nbsp;(Eigene IPs, eigenfinanziert), \u00fcber Fremdfinanzierte Studios wie<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.okomotive.ch\/\" target=\"_blank\">&nbsp;Okomotive<\/a>&nbsp;(<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/gamedesign.zhdk.ch\/take-off\/far\/\" target=\"_blank\">Far:Lone sails<\/a>), gemischtausgerichtete Firmen wie&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.blindflugstudios.com\/\" target=\"_blank\">BlindFlug Studios<\/a>&nbsp;(Eigene, fremde IPs),&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/unrailed-game.com\/\" target=\"_blank\">Unrailed<\/a>&nbsp;(Eigene IP), kleineren Studios bis zu rein nachfrageorientierte Unternehmen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>All diese Unternehmen zeigen mit ihrem Bestehen, dass es durchaus m\u00f6glich ist am Standort Z\u00fcrich mit seinen hohen L\u00f6hnen zu bestehen. Dabei lagern einige \u2013 wie andere Branchen auch \u2013 ihre Produktionen aus der punkten mit eigenen Konzepten und M\u00f6glichkeiten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiterentwicklung und Forderung: Allgemeine Wirtschaftsf\u00f6rderung, Unterst\u00fctzung von Initiativen, die BottomUp-Approaches f\u00fcr \u00d6kosystem unterst\u00fctzen wie etwa den&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.swissgamehub.com\/\" target=\"_blank\">SwissGameHub<\/a>. Wissendissimination am Werkplatz Z\u00fcrich, wie wichtig Netzwereffekte sind und wie etwa im Silicon valley eine Industrie sich diversifiziert und wiederum in andere neue Firmen investiert.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Interessante Projekte &amp; Produkte<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Schweiz bietet einen Haufen an interessanten Projekten \u2013 seien es private Initiativen oder auch allein der Output der verschiedenen Hochschulen an Modulprojekten oder Abschlussprojekten. Ganz zu schweigen vom Serious Games Bereich. Viele der Projekte kommen aber nie \u00fcber den Status eine Prototypen hinaus. Sie werden also keine Produkte. Und genau hier muss eine F\u00f6rderung ansetzen bzw. genau hier ben\u00f6tigt es einen lokalen Publisher.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiterentwicklung und Forderung: Eigenen Schweizer Publisher (vgl. Filmvertriebe etc), Wirtschaftliches Headhunting von Projekten und anschliessende Aufbauprogramme. Eingehende Forschung zur Frage, wie k\u00f6nnen aus guten Prototypen langfristige Gesch\u00e4ftsideen entstehen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Game-Technologien &amp; Tools<\/h2>\n\n\n\n<p>Technologisch war es noch nie so einfach Games zu machen wie heute. Vorbei sind die Zeiten als Einzelteam ihre eigenen Engine schrieben (Einige Studios sind aber auch weiterhin mit eigenen Engines erfolgreich unterwegs wie etwa Giants). Multiplatform GameEngines erm\u00f6glichen das Kreieren von Games und das Deployen auf verschiedensten Plattformen ohne Neuprogrammierung. Visuelle Programmierumgebungen haben die M\u00f6glichkeiten erweitert einzusteigen und Dinge einfacher zu erledigen. Assetsstores haben die Welt revolutioniert, weil sie schon fertige Templates liefern f\u00fcr diverse Genres und auch Assets (Grafiken, 3D Modelle, Musik). Auch hier sind einige Schweizer Firmen als Zulieferer t\u00e4tig. Mit Stackoverflow stehen ganze Bibliotheken von m\u00f6glichen L\u00f6sungen parat. Und mit automatisierten Tools wie ChatGPT stehen auch neue M\u00f6glichkeiten l\u00e4ngerfristig offen f\u00fcr v\u00f6llige Newbies. Prinzipiell ist all dieses Knowhow in der Schweiz vorhanden. Selbstverst\u00e4ndlich macht dies in erster Linie die Reproduktion von existierenden Spielen einfacher und hebt das Gamedesign eher auf eine \u201aKuratorenrolle\u2018.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Bottleneck besteht weiterhin oder trotz allem im Bereich Programmierung, Leveldesignern, Producing, Finanzierung und Promotion.<\/p>\n\n\n\n<p>ABER: Das ist nat\u00fcrlich nur die halbe Wahrheit. Es ist umso schwieriger geworden, genau das zu machen, was man m\u00f6chte \u2013 also eine Vision, die man* hat, denn die Tools geben einfach vieles vor und alles, was jenseits dieses Mainstreams liegt wird im Vergleich schwieriger. Zudem steigen damit nat\u00fcrlich auch die Anforderungen ins Unermessliche. Gerade der Aufwand von Figuren, Welten in 3D sind inzwischen ein uners\u00e4ttliches Monster \u2013 dem eigentlich nur mit Kreativit\u00e4t beizukommen ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Oder anders gesagt: Fast niemand schafft es mehr, alleine eine Spiel zu machen und dieses auch noch irgendwie erfolgreich zu vermarkten und zu verkaufen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiterentwicklung und Forderung: Forschung am Platz Z\u00fcrich zu Gametechnologien \u00e4hnlich wie das heute in Sachen Animation und Effekte geschieht (Disney) oder bei Meta occulus etc. Nutzung von Quersubventionierungen, wie dies etwa in den USA Gang und G\u00e4be ist.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hochschulen &amp; Ausbildung<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Hochschulen sind inzwischen breit aufgestellt mit Bildungsangeboten im Raum Z\u00fcrich. ZHDK (Bachelor, Master), SAE (Bachelor, privat), ETH (Module), ZHAW (Modul). Viele Themen des Gamedesigns\/Gaming fliessen seit Jahren langsam in verschiedenste andere Studieng\u00e4nge und Weiterbildungen ein. Es werden im grossen und ganzen wohl so um die 70 Personen im Bereich oder mit Knowhow f\u00fcrs Design ausgebildet.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Hochschulebene wird eigentlich gut zusammengearbeitet. Probleme tauchen da auf, wo es darum geht, dass Games nur Lieferanten sein sollen, sei es f\u00fcr Technologie oder Gametechnologien. Hier wird bald klar, dass es des \u00f6ftern nicht um Games und ihren Hintergrund geht, sondern lediglich um die Nutzung eines Frameworks. Es bleibt zu hoffen \u2013 allerdings wird das nicht realistisch so sein \u2013 dass die Games auch wegen ihres genuinen Themas wichtig sein sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Problem Braindrain: Ein wichtige Erkenntnis der letzten Jahre ist, dass viele vorallem Informatiker* gerade nicht im Gamebereich landen, sondern etwas anderes machen. Dabei scheint es unter anderem ein Problem zu sein, dass Informatiker* sehr gut in klassischem Schweizer Business wie Banken, Versicherungen, Google, Meta (Oculus) und Co unterkommen. Ein weiteres Problem ist, dass Gametechnologien auch in anderen Bereichen massiv nachgefragt werden. Ein Blick etwa auf GameEngine-Webseiten zeigt: Es geht da um Film, Architektur und Autos. All das sind teilweise besser bezahlte Jobs, die eigentlich dann im GameDesign fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiterentwicklung und Forderung: Vermehrte Zusammenarbeit, vermehrte gemeinsame Module. Diese Module entstehen aber auch nicht auf der gr\u00fcnen Wiese sondern m\u00fcssen gefordert und gef\u00f6rdert werden. M\u00f6glich w\u00e4ren auch Fokusprogramme.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hochschulen &amp; Forschung<\/h2>\n\n\n\n<p>Die verschiedenen Hochschulen betreiben je ihre eigene Forschung. Dabei ist die Forschung oft zersplittert und nicht geb\u00fcndelt. Einzig die ETH b\u00fcndelt ihre Forschung im&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/gtc.inf.ethz.ch\/\" target=\"_blank\">GameTechnologyCenter<\/a>. Bei der Universit\u00e4t Z\u00fcrich fehlt eine Institutionalisierung oder ein Kompetenzcenter etwa im Bereich Entwicklung oder den Gamestudies. Die ZHDK konnte sich bis heute auch nicht dazu durchringen etwa ein GameKreativCenter ins Leben zu rufen. Diese Institutionen w\u00e4ren aber eine Voraussetzung f\u00fcr eine noch h\u00f6her integrierte Zusammenarbeit am Forschungsplatz Z\u00fcrich. Die DIZH k\u00f6nnte dazu eigentlich eine Initiative sein \u2013 allerdings steht hier die Digitalisierung erst an. Games sind ja bekanntlich seit nun \u00fcber 45 Jahren digital.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiterentwicklung und Forderungen: Weitere Forschungszentren innerhalb der ZHDK, der Universtit\u00e4t Z\u00fcrich, sowie der ZHAW. Dazu l\u00e4ngerfristig&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.snf.ch\/en\/FJBJ8XGQ1tjG8J8w\/funding\/programmes\/national-centres-of-competence-in-research-nccr\" target=\"_blank\">ein gr\u00f6sseres Kompetenzzentrum (NCCR)<\/a>, das alle Institutionen umfasst und damit Anwendung, Forschung, Gamedesign zusammenbringt und das Potential von Games nutzt, damit Games nicht nur anderen Nutzen bringt, sondern auch im Kern weitergebracht werden kann.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kulturf\u00f6rderung<\/h2>\n\n\n\n<p>Angestossen wurde die Kulturf\u00f6rderung von&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/prohelvetia.ch\/en\/initiative\/gameculture\/\" target=\"_blank\">ProHelvetia 2010-2012<\/a>. Danach folgten diverse Initiativen in \u00e4hnlichen Bereichen von ProHelvetia. Die F\u00f6rderung betraf\/betrifft den Zugang zu Festivals und Konferenzen. Zudem wurde die Gesellschaft mittels Ausstellungen\/Konferenzen sensibilisiert. Daneben gab es immer eine F\u00f6rderung \u00fcber Wettbewerbe. Die ausgesch\u00fctteten Betr\u00e4ge waren aber im Vergleich zu den tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnissen eher bescheiden (10-50k).<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Programm war und ist recht erfolgreich und bringt der Schweizer Game Design Szene eigentlich viel. Allerdings war auch nie ganz klar, was nun die Absicht dieser Programme war (aber vielleicht war das auch bewusst so designed): War es eine verkappte Wirtschaftsf\u00f6rderung oder doch eine klare Kulturf\u00f6rderung und wie grenzte es sich gegen die nicht existierende Kunstf\u00f6rderung ab (Daf\u00fcr w\u00e4re das BAK eigentlich zust\u00e4ndig). Leider hat das Programm auch entdifferenzierend gewirkt mit dem Slogan vom \u201eGame zur Kunst\u201c. Wobei v\u00f6llig klar ist, dass nur ein kleiner Bruchteil der Spiele Kunst sind (Der Claim m\u00fcsste eigentlich heissen: \u201eVon Games zur Kultur\u201c). Ein Nachteil dieses \u2013 medial erfolgreichen \u2013 Projektes ist allerdings auch, dass bis heute der Eindruck besteht, dass die Schweiz doch etwas Substantielles tue, f\u00fcr das Gamedesign. Was zwar f\u00fcr die Kultur f\u00fcr die Schweiz stimmt, aber international letztlich nicht viel ist (vgl. allein Deutschland oder in der Schweiz den Film).<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres F\u00f6rderungsproblem: Ein Teil der Gamedesign-Szene hat bis heute den Unterschied zwischen Wirtschafts-, Kultur- und Kunstf\u00f6rderung nicht begriffen und ist teilweise nicht in der Lage klar zu benennen, was es eigentlich braucht. Selbstverst\u00e4ndlich str\u00e4ubt sich die Politik auch weitgehend, die wichtigsten Schritte zu tun. Und damit verliert man wiederum wichtige Jahre und Jahrzehnte.&nbsp;<br><br>Im Moment f\u00e4ngt die F\u00f6rderungszene an sich Gedanken zu machen, wie sie die Gameskultur und das Gamedesign zu f\u00f6rdern. Dabei l\u00e4sst sich wiederum eine gewisse kulturelle Undifferenziertheit erkennen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiterentwicklung\/Forderung: Endlich ein angemessenes Budget f\u00fcr die F\u00f6rderung des Gamedesigns (gleich wie die F\u00f6rderung des Filmes 7 +Mio pro Jahr). Weiter- und Ausbildung von geeignetem Personal in F\u00f6rderinstitutionen. Eigene Kategorien f\u00fcr Games mit Differenzierungen: Tripple-A, Indie, Autorengames, Themengames. Eine Quote f\u00fcr Experimente: 30% etc. Die Gamedesignszene muss hart auftreten und fordern, anders passiert rein gar nichts.<\/em>&nbsp;F\u00f6rderung der Gamekultur auch im Alltag.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kunstf\u00f6rderung. Wo?<\/h2>\n\n\n\n<p>Eine F\u00f6rderung f\u00fcr Gamekunst fehlt in der Schweiz \u2013 soweit bekannt \u2013 vollst\u00e4ndig. Hier scheint noch nicht mal erkannt worden zu sein, worin das Potential besteht. Das Kunstsystem h\u00e4ngt anscheinend weiterhin der gepflegten Idee nach, dass Kunst keinen Spass machen d\u00fcrfe und Games sowieso nichts Ernsthaftes sei. Dabei hatte die Schweiz einige Interessante Personen im erweiterten und eingeschr\u00e4nkten Bereich der ArtGames und GameArtisten. Dies muss allerdings mehrheitlich noch \u201aentdeckt\/erforscht\u2018 werden. Alexander Hahn etwa schickte schon 1983 eine spielbare Figur auf dem ZX81 durch die Gegend vor einer Stadt \u2013 vorbei an fliegenden Fischen. Eine Arbeit, die heute wieder hochaktuell w\u00e4re \u2013 passt sie doch oberfl\u00e4chlich perfekt ins Bild der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=7842\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Visuologen<\/a>&nbsp;und ihrem Bilder der sch\u00f6nen Games. Die Arbeit ist aber auf der anderen Seite vision\u00e4rer und k\u00fcnstlerischer als die meisten heute hergestellten Games in der Schweiz (Sie hat auch ein anderes Publikum).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Oder konkreter: Die nicht geschaffene Differenzierung, Kategorienbildung oder F\u00f6rderung hat bis heute verheerende Nachwirkungen. Und so haben namhafte Schweizer und Expad-GameArtist* in der Zwischenzeit l\u00e4ngst das Land oder das Feld verlassen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiterentwicklung und F\u00f6rderung: Eigene Kategorien f\u00fcr Autorenspielen\/ArtGames\/GameArt. Einstellung von Personal mit Knowhow und Fachkenntnissen. Aufarbeitung der Vergangenheit. Headhunting von Ideen, Projekten und Personen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausblick<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Aussichten und die Realtit\u00e4t des Schweizer Gamedesigns ist nicht rosig oder zumindest nicht so hoffnungsvoll wie auch schon. Zwar existiert eine Szene, die auch \u00fcberleben kann aber es fehlt ein funktionierendes \u00d6kosystem.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die (Deutsch-)Schweiz scheint Spiele und Games nicht als Kulturgut anerkennen zu wollen und einige Teilsystem weigern sich standhaft, sich damit auseinanderzusetzen. Die Unterst\u00fctzung fehlt fast \u00fcberall, das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr fundamentale Funktionen ist immer noch nicht vorhanden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schweiz scheint einmal mehr eine Entwicklung zu verpassen bzw. die Chance bewusst verstreichen zu lassen (wie in den 80er Jahren mit ihrer eigentlich grossen GameDev-Scene&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/swissgames.garden\/\" target=\"_blank\">von \u00fcber 20 publizierten Spiele<\/a>). Die Gr\u00fcnde liegen dabei tief vom Glauben an den \u201eAllm\u00e4chtigen Markt\u201c (Was allerdings eine Illusion ist, da die grossen Entwicklungszentren immer schon quer finanziert wurden am Anfang wie das SillicionValley bis hin zu den Tiefsteuern in Kanada f\u00fcr die Gameindustrie), \u00fcber den Braindrain in Richtung Banken, fehlender Unterst\u00fctzung bis hin zu fehlender Differenzierung des Begriffs Games und des kulturellen Verst\u00e4ndnis von Game als Allgemeinkultur.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der anderen Seite gibt trotz dieses schwierigen Umfeldes immer Menschen und Firmen, die erfolgreich auf Deck sind und ihre Business betreiben. Meine Hochachtung f\u00fcr alle diese.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GameLab.ch Wie steht es, um das GameDesign (angelehnt an den Titel einer&nbsp;Ausstellung im Museum f\u00fcr Gestaltung), ihre Produkte die Games und die Kultur dazu heute?&nbsp; Die Antwort darauf liefern verschiedene Teilgebiete der Gesellschaft in ihren je eigenen Systemen (Sprache, Wertungen, &hellip; <a href=\"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/?p=57\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-57","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=57"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":65,"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/57\/revisions\/65"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=57"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=57"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=57"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}