{"id":66,"date":"2020-01-31T15:34:00","date_gmt":"2020-01-31T15:34:00","guid":{"rendered":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/?p=66"},"modified":"2025-05-17T15:35:36","modified_gmt":"2025-05-17T15:35:36","slug":"besessen-vom-gamer-klischee-ausstellung-games-im-landesmuseum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/?p=66","title":{"rendered":"Besessen vom Gamer-Klischee (Ausstellung GAMES im Landesmuseum)"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Publiziert am&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?p=7111\">Januar 31, 2020<\/a>&nbsp;von&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/?author=1\">admin<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Die<\/strong><\/em><strong>&nbsp;nachfolgende Kritik steht unter folgenden Pr\u00e4missen: Es wird davon ausgegangen, dass die Ausstellung nicht willentlich die Erkenntnisse, Entwicklungen und Darstellungen der Gamekultur der letzten 20 Jahre r\u00fcckg\u00e4ngig machen will. Die Ausstellung ist das Produkt eines Entwicklungsprozesses und die Ausstellung ist so in dieser Art gewollt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir schreiben das Jahr 2020 \u2013 2020! Es sind etwa 20 Jahre seit das Netz als WorldWideWeb popul\u00e4r in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und etwa seit 10 Jahren spielen wir dank MobilePhones nun auch noch Spiele immer und \u00fcberall. Kurz und gut, die Nerd- und Technikkultur ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und zerst\u00f6rt ist die Verachtung fr\u00fcherer Jahre bis 2000 gegen\u00fcber Technik und Games. Selbst die Arri\u00e8re-Garde diskutiert in Z\u00fcrich die Digitalisierungsinitiative \u2013 Jahrzehnte zu sp\u00e4t.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und dann das Landesmuseum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und da prangt inmitten von Z\u00fcrich an einem Turm ein Plakat zu Games. Das Visuelle orientiert sich an 80er Spielen (Tetris, PacMan, Pixelritter) und man denkt: Geht es um Indiespiele?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"897\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-30-um-09.40.50-897x1024.png 897w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-30-um-09.40.50-263x300.png 263w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-30-um-09.40.50-768x877.png 768w, https:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-30-um-09.40.50.png 1426w\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-30-um-09.40.50-897x1024.png\" alt=\"\"><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Eigentlich ist das Landesmuseum in seinem klassizistischen Stil perfekt geeignet f\u00fcr die Spielkultur. Es ist nicht etwa alt, sondern recht jung \u2013 150 Jahre. Es stand davor auch kein Schloss, keine Burg da. Es ist hingeklotzt wie ein Gamegeb\u00e4ude \u2013 kein Background, keine Geschichte. Perfekt eigentlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ArtBrute-Erweiterungsbau (k\u00f6nnte auch von einem GameDesigner sein) und tut das Seine, um das Ganze noch \u2018gamiger\u2019 und \u2018trashiger\u2019 zu machen, ganz zu schweigen von Treppen im Innern oder den Hallen, die in diversen Wolfenstein- oder Doom-Spielen vorkommen k\u00f6nnten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-code\"><code><\/code><\/pre>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-30-um-08.19.38-917x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7115\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-30-um-08.20.00-989x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7116\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Spielsituationen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aber konsequenterweise ist dann auch die Ausstellung nicht im Hangar-Fl\u00fcgel (Frappant die \u00c4hnlichkeit zu diversen Montage\/Lager\/Flugzeughallen in Mainstreamgames) des Landesmuseums sondern in einer riesigen Halle mit B\u00f6gen. Eine gute Ausgangslage f\u00fcr eine kontrastreiche Inszenierung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-29-um-20.52.33-803x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7118\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung steht nun in dieser Halle abgeschottet wie eine Art Fremdk\u00f6rper. Und dann geht es los mit Ikonografie: PacMan, Ritter, Tetris, Elemente aus Jumpman (wie Donkey Kong zuerst in Anlehnung an PacMan hiess) und einem Pixel-S. Der Text kurz und \u2018mainstreamig\u2019 paraphrasiert: Spiele sind wichtig, weil sie werden viel gespielt. Es begann an Universit\u00e4ten in den 50ern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es handelt sich anscheinend um eine Ausstellung in der gespielt werden kann. 2020 eigentlich Standard (daf\u00fcr hat man ja auch 20 Jahre lange gek\u00e4mpft), selbst im biederen Mainstream Schweizer Museen bis hin zum \u00fcberbordenden Play-Ansatz des&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.mfk.ch\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Museums f\u00fcr Kommunikation<\/a>&nbsp;oder einem Mix davon in der&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.stadtmuseum.ch\/page\/583\">PLAY-Ausstellung im Stadtmuseum Aarau<\/a>.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-29-um-21.02.51-784x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7119\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Konzept: Geschichte \u2013 bitte nicht so linear!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ab hier wird es nun schwieriger, da weitgehend unklar bleibt, was nun im Fokus der Ausstellung ist. Sicher ist \u2013 es ist eine Art Schlauch von gestern bis heute (VR-Spiele) mit spielbaren Spielen. Eine Auswahl \u2013 eine Auswahl, die sich nur (!) am Mainstream orientiert.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Durchzogen wird die Ausstellung von einem Strang von (nicht laufenden) Personal-Computern (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Smaky\" target=\"_blank\">Smacky<\/a>&nbsp;(fr\u00fcher Schweizer PC), IBM-PC, Macintosh, \u2026 ), dazu gibt noch mehrere interaktive Screens, die die Entwicklung der Computerspiele als positivistische Entwicklung entlang der Computerspielentwicklung erscheinen lassen. Besser, gr\u00f6sser, interaktiver, mehr Speicher etc. Das Spielkultur selbstverst\u00e4ndlich nicht nur eine Entwicklung ist, die technologisch ist sondern auch in Wechselwirkung mit der Kultur entsteht, bleibt weitgehend auf der Strecke. Allein schon das erste Icon \u2013 n\u00e4mlich PacMan wurde in den 80er gezielt als gender\u00fcbergreifendes Spiel f\u00fcr die japanische Spielhalle entwickelt, in der eben auch Frauen, Kinder (bis heute) unterwegs sind!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig ist dabei auch die Einteilung der Videospielgeschichte (mittels interaktiven Tafeln) in 10- Jahresschritte. Als w\u00fcrde sich die Entwicklung des Videospiels an das Dezimalsystem halten. Das Ganze l\u00e4sst sich nur erkl\u00e4ren, wenn man diese Ausstellung als spielbare Ausstellung des Mainstreams sieht, in der sich nicht&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=6965\" target=\"_blank\">Entwicklungen kreuzen, Dinge verworfen werden&nbsp;<\/a>und wieder aufgenommen werden. Das Ganze ist also all zu linear. Als Beispiel: VR (mit Brillen) taucht in Ans\u00e4tzen auch schon in den 90er im Mainstream auf angefangen bei&nbsp;<a href=\"https:\/\/vectrex.fandom.com\/wiki\/3D_Imager\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">einer Brille f\u00fcr die Vectrex 1984<\/a>&nbsp;oder dem grandiosen Flop des&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Virtual_Boy\" target=\"_blank\">VirtualBoy<\/a>&nbsp;von Nintendo oder Bewegungssteuerungen schon f\u00fcrs Atari 2600.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Informationsvermittlung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberborden Ausstellungen oft an Informationen ist diese Ausstellung eine Informationsw\u00fcste. Wie in einem Game steht der Ausstellungspieler da und lechzt nach Informationen, findet aber wenig bzw. mehrheitlich low-level Infos.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Beispiel eines Textes zur Zeit von 1990-1999.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-29-um-21.06.28-831x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7121\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Es gibt auch keine weiterf\u00fchrenden Links. Es gibt nur diese Tafeln und sonst noch ein bisschen Text beim Technik\/Computerstrang. Man kann zwischen New\/Immersion\/Toxic\/Glossar-Tabs hin- und her klicken und minimale Infos erhaschen.&nbsp;&nbsp;Man steht in einer Ausstellung ohne Intertext trotz Interaktionsm\u00f6glichkeiten \u2013&nbsp;&nbsp;2020!<\/p>\n\n\n\n<p>2020 geh\u00f6rten eigentlich hier weitere Kategorien wie Gamekultur,&nbsp;&nbsp;Wichtige Titel, (Game-)Kunst, Entwicklung in der Schweiz, Nicht Mainstream dazu. Wenn einem etwas interessieren w\u00fcrde, dann w\u00e4ren es etwa die Wechselwirkungen, die Arten von Spielen in der Schweiz \u2013 kurz die Schweizer Spielkultur und dann im Bezug zur globalen importieren Kultur. Und hier g\u00e4be es Einiges.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Geschichte der Spielsituationen&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zum Anfang der Ausstellung. Hier beginnt nun die Ausstellung, das nicht ganz neue Konzept des \u2018Setz dich in die Spielsituation des Jahres XYZ und Spiel\u2019 einzusetzen. Es f\u00e4ngt an mit Pong im Wohnzimmer. An und f\u00fcr sich ein interessanter \u2013 wenn auch nicht mehr der neuste Ansatz \u2013 Alltagskultur.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Nur: Statt mit einer Arcadehall\/Spielsalon (was die Mainstreameinf\u00fchrung jenseits der Baer-Box war) beginnt es hier im Wohnzimmer. Leider l\u00e4sst sich dann Pong nicht am kleinen TV-Screen (Darstellung von Infos) spielen sondern nur gebeamt. Das ist alles noch verschmerzbar.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-29-um-21.03.21-1024x727.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7122\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nur \u2013 und das geht hier \u00fcberhaupt nicht \u2013 bedient sich die Ausstellung einer Inszenierung von jedem Klischee das man finden kann! Statt zu differenzieren und verschiedene Spielsituationen zu zeigen \u2013 suhlt sich die Ausstellung an der zur Schaustellung von Stereotypen. Da ist un\u00fcbersehbar und zentral in der Mitte der Ausstellung: eine \u2018typische\u2019 Gamesituation der PC-Zeit. Ketchup, Cola, Pizzaschachteln etc. Das war ein Teil der Gamekultur ja, aber halt nicht die Einzige! Wer 2020 noch immer solche Stereotype verbreitet, hier wird nicht informiert sondern popul\u00e4rkulturelle Bilder werden zementiert. Hier wird stereotype Immersion erzeugt. Und wenn schon, dann wirklich altes Cola, wirklich schimmlige Sandwiches. Das ist bei allem Stereotyp ein zu plastikhaftes, cleanes Gestern.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-29-um-21.05.46-812x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7123\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie fahrl\u00e4ssig die Stereotypisierung und Clusterbildung ist, zeigt sich dass neben den GamerPCs eine Playstation (Die erste reine 3D Konsole) steht.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-29-um-21.05.58-967x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7124\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Absurdit\u00e4t: Die Playstation steht auf einem Tisch, wie wenn es ein Computer w\u00e4re. Nur handelt es sich eben um die dritte Linie (neben den Arcades und Computerspielen) der digitalen Spielkultur \u2013 die Konsolenkultur \u2013 eine ganz eigene Kultur. Die Konsolenkultur fand und findet im Wohnzimmer meist auf der Couch statt. Es wird am Fernseher gespielt (alleine die Geschichte der Anschl\u00fcsse spricht hier eine deutliche Sprache). In diesem Sinn werden hier Spielekulturen zusammengebracht und Spielsituationen konstruiert, die es so nicht im Mainstream gab nur die extreme Ausnahme waren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich auch mit der Mini-Arcade als zweite Station: Statt der Simulation von verrauchtem abgedunkeltem Raum (der Realit\u00e4t der Schweizer-Spielsalons) mit Tsch\u00fcttelikasten und der \u00e4lteren Tradition der Flipper und elektromechanischen Automaten findet man hier einen recht cleanen \u2018Raum\u2019 mit nur einem SpaceInvaders-2-Orginalkasten (CRT-Bildschirm). Der Rest sind LED-Arcades, die nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht ad\u00e4quat die Spielsituation wiedergeben. Vergessen sind die flackernden Screens und verwaschenen Pixels (Pixel waren fr\u00fcher meistens Verwaschen). Besonders frappant ist es, wenn man noch Vector-Games ausstellt, auf denen das Bild im Orginal gezeichnet wurde, gestochen scharf f\u00fcr diese Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer eine Spielhalle erleben will (wenn auch ohne die Dunkelheit und den Mief von Spielhallen wie dem&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/play\/tv\/drs-aktuell\/video\/spielsalon-frosch?id=34113565-3a77-48d0-b3e3-d7a92ca556c1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Frosch<\/a>&nbsp;in Z\u00fcrich), so findet man dies hier:&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.outlane.ch\/\" target=\"_blank\">Outlane.ch<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gamegeschichte als Computerspielgeschichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das einzig eigentlich interessante Game aus dieser Zeit \u2013 weil es postmoderner nicht sein kann, es kennt keinen Avatar \u2013 ist in einem Leuchtkasten eingesperrt \u2013&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/?p=7015\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">TennisForTwo 1958.&nbsp;<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-29-um-21.03.54-967x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7126\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Es w\u00e4re als Nachbau ausleihbar gewesen in D oder die im Museum f\u00fcr Kommunikation in Bern h\u00e4tte einen \u2018Nachbau\u2019 davon. Hier g\u00e4be auch es einen ganzen Komplex rund um das Spiel, denn es war in der Auseinandersetzung von Baer Box vs Pong ein wichtiges Argument.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Technische Entwicklung: Ausgestellte Computer und Leuchtk\u00e4sten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein digitaler Leuchtkasten weist noch auf die Entwicklung von Integrierten Schaltungen (ICs) und dem Aufkommen von Videospielen hin, was leider im ersten Fall von Pong nicht hilft, denn gerade Pong war eben keine integrierte Schaltung. Aber sei es drum. Der Fact, dass die Arcade-Games durch den Einsatz von Microprozessoren zu einer neuen Dimension von Komplexit\u00e4t aufsteigen, kann man so aufnehmen. Wenn auch hier wieder v\u00f6llig verdr\u00e4ngt wird, dass Sega und Nintedo schon viel l\u00e4nger Arcades gebaut haben \u2013 Elektromechanische. Siehe hier &gt;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Spielen am Arbeitsger\u00e4t: PC \u2013 Personal Computer<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Personalcomputer von IBM ist eigentlich der letzte in einer langen Reihe von Personal Computern meist als Businessmaschinen entwickelt. Und darum teuer und eher unwichtig im Bereich der Computergames. Eher popul\u00e4rer ist der APPLE II \u2013 gerade auch was Spiele Releases betrifft.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-29-um-21.05.04-835x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7127\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der PC spielt bis weit \u00fcber die 90er Jahre keine Rolle (bis die nachr\u00fcstbaren 3D Grafikkarten kamen). Im Computerbereich spielte die Show auf den Heimcomputern wie C64, Z80, Sinclairs mit ihren besseren Aufl\u00f6sungen, besserem Sound. Also Computer die g\u00fcnstig zu haben waren und eine der ersten Demokratisierungswellen waren f\u00fcr \u2018wenig\u2019 Geld.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Macintosh \u2013 neues Interface neue Spielmechaniken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-29-um-21.05.22-846x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7129\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Interessanterweise hat der Macintosh (der ebenfalls teuer war) wirklich auch Geschichte geschrieben, aber nicht wegen seinem ersten integrierten Bildschirm (LISA hatte das auch) sondern weil sein Interface mit der Maus die Welt revolutioniert hat. Ganz neue Genres entstanden etwa PointAndClick Adventures und Spiele, die mit der Maus gesteuert wurden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Zusatz: Schweizer Bezug: Wirth von der ETH entwickelte die Objektorientierte Variante von Pascal in der viel Software f\u00fcr den Mac entwickelt wurde.&nbsp;&nbsp;<\/em>Hier kommt auch hinzu, warum diese Ausstellung mehr sein sollte als das Niederbeten des Informationsmainstreams.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Macinthosh war aber wichtig f\u00fcr die Entwicklung der Heimcomputerszene vor allem des ATARI ST und des Amigas (und des Archimedes), war er sowas wie ein Leitbild mit Maus und Tastatur.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Hier war eine junge globale Community unterwegs neue Spiele und Spielkonzepte zu entwickeln angelehnt an das neue Maus Interfaces.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Bl\u00fcte der Homecomputer&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von was die Ausstellung nicht erz\u00e4hlt: Auf den Homecomputern dieser Zeit (meist ausgestattet mit dem programmierfreundlichen Assembler des 68000) entstehen Meilensteine der Computerspielgeschichte. Hier entstehen ausgefeilte Aufbaustrategiespiele (Populus), das Genre der Godgames (Populus), Echtzeit-Rollenspiele mit cleveren AI-Gegnern (Dungeon Master), Adaptive Spielmechaniken (GODS), Autorennen \u00fcber ein Nullmodem, das Genre der Point and Click Adventures oder das erste LAN Spiel mit Multiplayer \u00fcber MIDI Mizimaze (Erfindung des Last Man standing)&nbsp;etc.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schweizer Spiele (1985-1996) \u2013 Wieder Verdr\u00e4ngt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aber noch viel verheerender an der Aufstellung von Technologie und Computerspiel ist das systematische Auslassen und Wegblenden der Entwicklung von Schweizer Spielen. Statt zu integrieren, dass die Schweiz sehr wohl Teil der Entwicklung war, wird der Eindruck vermittelt, dass die Schweiz nicht involviert war. Dabei entstanden neben dem ersten (Bootsektor-)Virus f\u00fcr den Amiga auch diverse Spiele f\u00fcr Atari ST und vorallem Amiga. Immerhin \u00fcber 25 publizierte Spiele entstanden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte ist nat\u00fcrlich noch \u00e4lter, so entstanden auch erste Spiele f\u00fcr den Smacky \u2013 einen Schweizer PC. Es waren nat\u00fcrlich keine Mainstreamspiele, die weiter tradiert wurden, aber letztlich geh\u00f6rt zu Geschichtsschreibung eben auch dies: Komplexitit\u00e4t oder zumindest die Andeutung von Komplexit\u00e4t<\/p>\n\n\n\n<p>Eine List der Schweizer Spiele findet man hier.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>NEXT<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und dann steht da eine NEXT. Unvermittelt. (<em>Warum steht hier eine NExT ohne Monitor? )<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich entstand auf der NEXT das Web und zwar in Genf! Und erst das erm\u00f6glichte die Entwicklung neuer Spieltypen\/Spielmechaniken wie Webgames oder Facebookgames.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wichtiger in einer solchen Ausstellung: Es entstand auch DOOM auf der NEXT. Einem der Meilensteine der Durchsetzung des 3D Paradigmas mit Wand-Texturen (Selbstverst\u00e4ndlich gibt es schon \u00e4ltere 3D Games \u2013 etwa BattleTank).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gamelab.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Bildschirmfoto-2020-01-29-um-21.06.06-829x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-7130\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Explosion und Wiederfinden von Konzepten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Spielkonzepte waren immer da, wurden aufgegeben verworfen wieder aufgenommen. Die vorliegende Darstellung wird diesem Prozess von Entwicklung in keiner Art gerecht, sondern zeigt Entwicklung als eine Art aufrollen anhand der Technik. Das Ganze ist eine recht simple Art die Entwicklung der Games zu beschreiben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dem Autor ist sich durchaus bewusst, wie komplex es ist eine Ausstellung zu entwerfen, ein Publikum zu finden und mit wenig Platz umzugehen und dies aus eigener Erfahrung Ausstellungen zu machen. Dies darf aber keinesfalls zur Trivialisierung des Themas f\u00fchren, wie dies in der vorliegenden Ausstellung passiert ist. Eine Ausstellung, die das Thema nicht \u00f6ffnet sondern schliesst und vereinfacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung verkn\u00fcpft die Entwicklung der Spielkultur nur auf die technischen Entwicklung, eine massive Vereinfachung, denn viele Entwicklungen sind auch kulturell gebunden wie etwa Entwicklung der japanischen Games, die eben nicht nur mit Technik sondern auch mit der japanischen Art Games zu machen etwa mit der Technik des Mukokuseki zu tun haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gr\u00f6sste Manko der Ausstellung ist und bleibt aber, dass die Ausstellung hinl\u00e4nglich bekannte Cliches bedient und diese nicht bricht oder eine andere zus\u00e4tzliche Aspekte aufzeigt wie Gamekultur, Gamekunst\/Artgames und all die heute artverwandten Gebiete. Es verst\u00e4rkt den Eindruck, dass es sich bei Games um eine abgeschlossene Kultur ohne Ber\u00fchrungspunkte handelt, was heute wie damals so einfach nicht ist bzw. war.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Eindruck wird verst\u00e4rkt, da nur ein marginaler Bezug zur Schweiz besteht \u2013 was gerade im Bereich Games so nicht stimmt. So mischt etwa der Landwirtschaftsimulator in dieser ausschliesslich ausgestellten Mainstreamkultur voll mit als eine Art stetiger Irritationspunkt, aber fehlt wie alle anderen Produkte des Schweizer Gameschaffens vollends.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Publiziert am&nbsp;Januar 31, 2020&nbsp;von&nbsp;admin Die&nbsp;nachfolgende Kritik steht unter folgenden Pr\u00e4missen: Es wird davon ausgegangen, dass die Ausstellung nicht willentlich die Erkenntnisse, Entwicklungen und Darstellungen der Gamekultur der letzten 20 Jahre r\u00fcckg\u00e4ngig machen will. Die Ausstellung ist das Produkt eines Entwicklungsprozesses &hellip; <a href=\"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/?p=66\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-66","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-article"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/66","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=66"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/66\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":67,"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/66\/revisions\/67"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=66"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=66"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sgc.gamelab.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=66"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}